REACH / CLP

Nach Inkrafttreten der REACH- Verordnung im Juni 2007 wurden zunächst die Stoffe mit großem Herstellungsvolumen über 1000 Jahrestonnen registriert. Im Mai 2013 wurde dann die zweite Phase für Stoffe mittleren Herstellungsvolumen (100-1000 Jato) mit insgesamt 9 084 Registrierungsdossiers aus 3 215 Unternehmen abgeschlossen. Damit sind nun fast 3000 Substanzen bei der Europäischen Chemikalien Agentur (ECHA) erfasst. In der letzten Phase werden nun bis 2018 alle Stoffe mit einer jährlichen Herstellungsmenge von 1 bis 100 Tonnen registriert.

  • REACH steht für Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals, also für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien.

Unter diese letzte Phase fallen auch noch zahlreiche Produkte der Hersteller von Pigmenten und Füllstoffen. Im Zuge des Registrierungsprozesses können neue Erkenntnisse zu Stoffen erhalten werden, die zu höheren Einstufungen des Gefahrenpotentials führen können. Damit können etablierte Rohstoffe kurzfristig in ihrer Verwendung eingeschränkt werden. Die Hersteller von Zwischenprodukten, die in sensible Anwendungen, wie Spielzeuge oder Verpackungen für Kosmetika eingehen, müssen hierauf flexibel reagieren.
Die Pressemitteilung des Masterbatch Verbandes „Jetzt kommt nicht nur Farbe ins Spiel“ hat diese Thematik aufgegriffen, um auf die Zusammenhänge innerhalb der Lieferketten hinzuweisen.

CLP Umsetzung
Parallel zur EU- Chemikalienverordnung REACH wurde auch die europäische Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung (EG) Nr. 1272/2008 – kurz CLP-Verordnung – veröffentlicht, um das sogenannte Globally Harmonised System (GHS) auch in Europa einzuführen. Für Stoffe ist die Verordnung bereits umgesetzt, Hersteller von Gemischen haben jedoch noch bis zum 1. Juni 2015 Zeit, ihre Produkte an das GHS-System anzupassen. In allen Sicherheitsdatenblättern von Stoffen und Gemischen muss bis zum Ablauf der Frist weiterhin die alte EU-Einstufung (R/S-Sätze) aufgeführt werden, unabhängig davon, ob das Etikett bereits umgestellt wurde oder nicht. Solange liegt für die Einstufung von Chemikalien ein „duales“ System vor.

  • GHS System – ist ein weltweit einheitliches System der Vereinten Nationen zur Einstufung von Chemikalien und deren Kennzeichnung auf Verpackungen und in Sicherheitsdatenblättern. (Globally Harmonized System of Classification, Labelling and Packaging of Chemicals)

Die Umsetzung des GHS-Systems innerhalb der EU ist begleitet von einem stetigen Anpassungsprozess. In regelmäßigen Abständen wird das GHS-System auf UN-Ebene überarbeitet und mit etwas zeitlicher Verschiebung in europäisches Recht umgesetzt, den sogenannten Anpassungen an den technischen Fortschritt (ATP – adaptation to technical progress). Zuletzt wurde in diesem Jahr die 9. ATP als Verordnung (EU) Nr. 2016/1179 veröffentlicht.