Die Tausendsassas im Masterbatch-Betrieb sind die Anwendungstechniker. Sie vermitteln zwischen den Wünschen der Kunden und den Entwicklern. Aktuelles Know-how über Anwendungen, verfügbare Additive und Farbmittel und die neusten Verarbeitungstechniken, gepaart mit professionellem Projektmanagement, sind ihr Handwerkszeug.

Die Aufgabe
Die Anforderungen von Kunststoffverarbeitern an die Lieferanten von Masterbatches sind vielfältig. Wenn es knifflig wird, kommt der Anwendungstechniker oder die Anwendungstechnikerin ins Spiel. Ein Masterbatch in einem bestimmten Blauton für einen Kanister? Kein Problem für Vertrieb und Colorist. Der Kanister soll unter der Sonne Australiens viele Jahre bestehen und für Motoröl benutzt werden? Schon schwieriger. Der Anwendungstechniker fragt nach, informiert sich über Verarbeitungsart und Wanddicke. Und spricht dann eine Empfehlung aus: Basispolymer, Menge des UV-Stabilisators, geeignete Pigmente usw.

Oft besucht der Anwendungstechniker, zusammen mit einem Vertriebsmitarbeiter, auch Kunden. Beispielsweise, wenn es darum geht, ein Projekt zu begleiten. Will etwa ein Compoundeur von Farbpigment- Pulvern auf Masterbatches umsteigen, benötigt er die Beratung des Anwendungstechnikers. Bei größeren Projekten entwickeln Vertrieb, Anwendungstechniker und Entwicklungsleiter gemeinsam einen Lösungsvorschlag.

VDMI 20Jahre Masterbatch
Stimmt der Farbton? Bei Kundenprojekten begleitet der Anwendungstechniker den Coloristen, bis der Kunde zufrieden ist.

Die Skills
Man lernt nie aus! Wenn das für eine Berufsgruppe gilt, dann sicher für die des Anwendungstechnikers. Er muss immer auf dem Laufenden bleiben. Durch seine Kontakte zu Lieferanten weiß er über die neusten Rohstoffe – etwa Funktionsadditive – Bescheid. Er setzt sich mit den von Kunststoffverarbeitern genutzten Verfahren auseinander. Besondere Kompetenz verlangt das sich ständig wandelnde Farb-Portfolio der Masterbatch-Hersteller: Immer neue Farbeffekte, verbunden mit unterschiedlichen Regeln für ihren Einsatz in zahlreichen Anwendungsgebieten, werden angeboten. Der Anwendungstechniker behält den Überblick. So kann er nicht nur die Kunden kompetent beraten, sondern gibt auch Impulse für die Ausrichtung des eigenen Unternehmens. Wenn etwa mehr und mehr Kunden ihre Kunststoffprodukte mittels Laser beschriften oder verschweißen wollen, weiß er, welche Additive dafür notwendig sind. Er bekommt mit, ob moderne Techniken wie 3D-Druck bedeutsam werden und muss sich schlau machen, was das für den Mix an Rohstoffen bedeutet.

Bei all dem, was an neuem Wissen ständig dazukommt: Die Basis muss stimmen. Chemie, Physik und ein gutes technisches Verständnis sollte der Anwendungstechniker mitbringen. Eine kaufmännische Ader sollte auch vorhanden sein – schließlich muss er nicht nur beurteilen, ob und wie ein Kundenwunsch realisierbar ist, sondern auch zu welchem Preis. Für die Betreuung internationaler Kunden sind zudem gute Englischkenntnisse nötig.

Die Ausbildung
Den Ausbildungsgang „Anwendungstechniker/in“ speziell mit Fokus Masterbatch sucht man vergebens. Schließlich geht es darum, die Möglichkeiten des eigenen Unternehmens mit den Wünschen der Kunden zusammenzubringen. Ein Kunststofftechnik- Studium kann eine gute Basis für einen Anwendungstechniker im Masterbatch-Betrieb sein. Dann gilt es, Erfahrungswissen und detaillierte Kenntnisse über die Produkte und Potenziale des eigenen Unternehmens zu erwerben. Der Weg steht in vielen Masterbatch-Betrieben auch Verfahrensmechanikern oder erfahrenen Coloristen offen, die bereit sind, sich fortzubilden. Als staatlich geprüfter Techniker für Kunststofftechnik und Faserverbundtechnologie hat man nicht nur Methoden der Kunststoffverarbeitung wie Spritzguss und Extrusionstechnik kennengelernt, sondern auch Grundlagen der Steuerungstechnik und natürlich Polymerchemie und Werkstoffkunde. Wer dann noch Projektmanagement-Kompetenzen aufbaut, hat eine gute Grundlage geschaffen, um als Anwendungstechniker im Masterbatch-Betrieb erfolgreich zu agieren.

Kurz gefasst

Der Anwendungstechniker hat eine wichtige Schnittstellenfunktion zwischen Unternehmen und Kunden.

Kann ein kniffliger Kundenwunsch realisiert werden? Ein Fall für den Anwendungstechniker.

Chemie- und Physikwissen: unabdingbar für eine Laufbahn als Masterbatch- Anwendungstechniker.

Kunden- und Messebesuche, auch international, gehören zum Job.

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